Dobrý Den, Praha!

Last modified date

Das sagten 13 Schülerinnen und Schüler, Herr Bölling und Frau Wallechner am 16.03.2025, als sie etwas übermüdet nach einer 10-stündigen Nachtfahrt um 8.00 Uhr in der “goldenen Stadt” aus dem Flixbus stiegen. Doch die Müdigkeit verschwand im Nu und mündete in eine fröhliche Begrüßung.

An der Haltestelle wartete bereits die tschechische Lehrerin Martina mit den 15 Schülerinnen und Schülern auf die Ankömmlinge. Dank Insta & Co erkannte man sich sofort! Nach der fröhlichen Begrüßung fuhren die Schülerinnen und Schüler des SGS zuerst einmal in die Gastfamilien, um mit ihnen den Sonntag zu verbringen.

So startete der diesjährige Schüleraustausch zwischen dem SGS un dem Gymnasium Postupická in Prag, der ohne die großzügige Förderung durch den Deutsch -Tschechischen Zukunftsfonds nicht durchgeführt werden könnte.

Die eigentliche Arbeit am Projekt “Rettungsdienste in Tschechien und in Deutschland” begann am Montagmorgen um 8.00 Uhr im Gymnázium Postupická, der Partnerschule des SGS.

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin und den begleitenden Projektlehrerinnen, arbeiteten die Schülerinnen und Schüler phasenweise in Gruppen an der Präsentation der einzelnen Rettungsdienste, daneben ergänzten Vorträge und Besuche der Einsatzgruppen das super interessante, aber auch anstrengende Programm des gemeinsamen Projektes.

Schwerpunkte der Arbeit waren der Besuch der Bergwacht in der Schule, der Besuch bei der Feuerwehr- und Rettungswache Prags, der Wasserpolizei an der Moldau, einer freiwilligen Feuerwehr auf dem Land, der Brauerei “Pilsner Urquell”, des Schlosses Manětín und der berittenen Polizei Prag sowie des Technischen Museums. Jeder dieser Programmpunkte vermittelte eine Vielzahl neuer Eindrücke und Bilder und war an sich schon eine Reise wert.

Besonders beeindruckend fand ich die Feuerwehrwache in Prag mit der enormen technischen Ausstattung und im Kontrast dazu die Freiwillige Feuerwehr, die mit soviel Herzblut und Mühe uns an ihrer Arbeit teilhaben ließ und sogar noch einen Übungsparcours aufgebaut hatte.

Interessant war ebenfalls die Arbeit der berittenen Polizei, die uns zeigte, wie die Pferde trainiert und dressiert wurden, um beispielsweise Einsätzen im Stadion oder bei Demonstrationen standzuhalten.

Am meisten berührt hat mich der Besuch der Wasserpolizei, die in ihrem Vortrag Bilder von Leichen zeigte, die sie aus der Moldau geborgen hatte und deren Ertrinken zu 98% auf Alkoholeinfluss zurückzuführen waren. Außerdem durften alle Projektteilnehmer trotz der fortgeschrittenen Zeit in Gruppen eine Runde mit dem Rettungsboot mitfahren.

Grundsätzlich war es beeindruckend zu erleben, dass alle Menschen, die wir besucht haben, sich 100-prozentig mit ihrer Arbeit identifizierten, sodass sie Teil ihrer Identität war. Jeder hatte Zeit und freute sich, uns an seinen Erlebnissen teilhaben zu lassen! Hier können wir sicher etwas von der tschechischen Mentalität lernen.

Natürlich blieb uns trotz des kompakten Programms noch etwas Zeit, den Zauber der Stadt Prag zu genießen, zumal das Wetter dem alten Grundsatz “Wenn Engel reisen…” folgte.

Der Vergleich mit den Engeln ist gar nicht so weit hergeholt. Denn in der Tat waren wir mit einer Schülergruppe unterwegs, die nie ein Wörtchen gemeckert hat, immer pünktlich war und sich bestens mit den Austauschschülern arrangierte. Dafür einen dicken Dank und ein großes Lob.

Am Freitag endete die überaus erfolgreiche Woche mit der Präsentation der Schülerarbeiten und mit einem letzten gemeinsamen Abendessen.

Bemerkenswert ist es übrigens auch, wie gut der ÖPNV funktionieren kann. Ohne Probleme kommt man von einem Ende der Stadt ans andere. Aber man muss Herrn Bölling mithaben. Denn der hat nicht nur die ganze schriftliche Arbeit mit der Beantragung der Fördergelder von der Bosch-Stiftung erledigt. Er hat, glaube ich, auch eine Prag ÖPNV App direkt im Kopf, die keine KI schlagen kann.

Insgesamt ein super gut gelungener Schüleraustausch, genauso, wie er sein sollte. Frei nach dem Grundsatz: Reisen bildet und Leben und Lernen vollzieht sich in der Begegnung mit anderen Menschen und Kulturen.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit der Gruppe aus Prag im Juni!

Share